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Technik

Foto: Klaus Helmer

Zu meiner Fotografietechnik gibt es im Grunde nicht viel zu berichten.
Einen künstlerischen Anspruch an meine Bilder habe ich ausdrücklich nicht. Es geht mir vielmehr um die Dokumentation des jeweiligen Motivs und da zählt für mich in erster Linie, das Motiv möglichst gut (= optisch scharf und in Ansehung der vorherrschenden Lichtsituation gut belichtet) in seiner natürlichen Umgebung abzulichten.




Zur Ausrüstung:
Mittlerweile fotografiere ich weit überwiegend bis ausschließlich mit Teleobjektiven an einer spiegellosen Vollformat-Kamera (DSLM) von Canon. Für den Ansitz kommt seit Dezember 2012 das Canon EF 600mm F4 L IS II USM (zumeist mit 1,4x TK, manchmal auch mit 2,0x TK) auf einem entsprechend dimensionierten Carbonstativ + Fluidkopf zum Einsatz. Auf Spazier- und Erkundungsgängen sowie auf der Pirsch nutze ich seit dem Umstieg auf DSLM das Canon RF 100-500mm F4.5-7.1 L IS USM.

Aber auch das Canon RF 100-500mm F4.5-7.1 L IS USM stellt für mich nur eine Notlösung dar. Zwar in optischer Hinsicht tadellos ist und bleibt es aber ein „Dunkelzoom“, das sehr viel Licht oder die Bereitschaft erfordert, die ISO an der Kamera sehr hoch zu setzen. Viel Licht ist früh morgens oder spät abends jedoch praktisch stets Mangelware und das Hochsetzen der ISO hat Grenzen, bzw. selbst an modernsten Kameras auch schon vor Erreichen dieser Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes sichtbare Nachteile. Zudem fördert die weisse Lackierung, die sich bauartbedingt (ausfahrender Tubus beim Zoomen) nur schlecht mit den üblichen Mitteln tarnen lässt, auch nicht gerade die so wichtige Unauffälligkeit in Feld und Wald.

Für die Macrofotografie, die mir einen wunderbaren Wiedereinstieg in die Fotografie ermöglicht hat, habe ich bevorzugt ein Lupenobjektiv (Canon MP-E 65mm F2,8) an einer Vollformat-DSLR verwendet. Je nach Motiv und Fluchtdistanz kam aber auch ein 180er Macro von Tamron, gefolgt von einem 100er Macro vcon Canon zum Einsatz. Mit einem stabilen Dreibein zu arbeiten ist in der Macrofotografie trotz Zangenblitz fast stets unumgänglich. Wichtig ist bei der Wahl des Statives auch, dass es sich möglichst niedrig einstellen lässt, denn die Motive sind zumeist bodennah zu finden. Ein Einstellschlitten ist ebenso wie ein Fernauslöser ein sehr hilfreiches Zubehör, wenn man bodennah arbeitet. Der gute alte Winkelsucher hat bei mir ausgedient, die Verrenkungen des Halses erspart mir heute ein dreh- und schwenkbares Klappdisplay.

Zur Fotografie an sich:
Allgemein lehne ich konstruierte/manipulierte Aufnahmesituationen strikt ab, in der EBV verbleiben genügend Möglichkeiten, das Motiv zu optimieren. Eine Ausnahme bildet gewissermaßen die Fotografie von Singvögeln an den (bei uns ganzjährig betriebenen) Futterstellen, die ich mittlerweile so gestaltet habe, dass auch fotografisch ansprechende Anflugobjekte wie z.B. alte und morsche Wurzelblöcke vorhanden sind.

Die in meinen Anfängen in der Tierfotografie überwiegend betriebene Pirsch spielt mittlerweile im Rahmen meiner Art zu fotografieren nur noch eine untergeordnete, zumeist vorbereitende Rolle. Anders als noch vor einigen Jahren nutze ich die Pirsch heute überwiegend um das jeweilige Revier besser kennen zu lernen und um aus den Gegebenheiten und Spuren der Tiere Ansätze für einen vielleicht erfolgversprechenden Ansitzort abzuleiten.

In den ersten Jahren habe ich auf der Pirsch bevorzugt ein schweres Teleobjektiv (Sigma 500mm / Canon 500mm / Canon 600mm) auf einem auf Kniehöhe ausgefahrenes Einbeinstativ (über der Schulter) mit mir geführt. Diese Arbeitsweise kommt für mich jedoch heute - nach zwei Bandscheibenvorfällen - nicht mehr in Betracht. Das Gewicht dieser Kombi ist alles andere als rückenfreundlich und hat mir bei längeren Touren schon einiges an Leidensfähigkeit abverlangt. Zudem ist man mit dieser Kombi doch recht schwerfällig und das Absetzen und Anvisieren erfordert/bedingt im entscheidenden Moment oft zu viel Bewegung und löst bei vielen Tieren den Fluchtinstinkt aus. Von daher musste ich vor einiger Zeit meine Vorgehensweise umstellen und bin nach diversen Versuchen nunmehr beim dem oben schon erwähnten Canon RF 100-500mm F4.5-7.1 L IS USM gelandet.

Nach wie vor reizt mich die Pirsch aber sehr, da mir auf diese Art und Weise schon so manches Motive "vor die Linse gesprungen" ist. Sich soweit irgend möglich von den Bewohnern von Feld und Wald unbemerkt zu bewegen ist sehr anspruchsvoll, spannend und auch anstrengend. Aber es hat mir auch schon so manches unvergessliche Erlebnis beschert. Wichtig ist in jedem Fall, sich möglichst geräuschlos zu bewegen (dabei spielt die Kleidung eine große Rolle), stets aufmerksam auf Geräusche und Bewegungen und vor allem auf die Windrichtung zu achten.

Wo und wann immer möglich, entstehen meine Bilder heute jedoch aus der Situation des Ansitzes heraus. Leider bereitet die Ansitzfotografie in den hiesigen Breiten nach wie vor insofern Schwierigkeiten, als dass man ausserhalb privaten, umfriedeten Grundes praktisch kaum ein Tarnzelt längere Zeit stehen lassen kann. D.h. hier - wie aber auch auf der Pirsch - ist dann Tarnkleidung, ggf. auch mal ein Tarnumhang hilfreich. Für die erfolgreiche Ansaitzfotografie bedarf es viel, sehr viel Geduld und einer ununterbrochenen Aufmerksamkeit. Denn je früher man ein sich näherndes Tier wahrnimmt, desto größer sind die Chancen, zumindest technisch fehlerfreie Bilder zu machen und den "besten Moment" zu erwischen.

Sofern es meine Fitness erlaubt ringe ich mich dazu durch, so rechtzeitig aufzustehen, dass ich mit dem Sonnenaufgang an der jeweiligen location bin und so das beste Licht nutzen kann. Alternativ nutze ich das Abendlicht, je nach der mir zur Verfügung stehenden Zeit und natürlich in Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten. Im Sommer kann auch das geschlossene Blätterdach des Waldes trotz brennender Mittagssonne für ausreichend indirektes Licht sorgen, sodass auch zu dieser an sich ungeeigneten Tageszeit noch vom Licht her ansprechende Bilder möglich sind. Zudem fallen unter dem Blätterdach die sonst bei prallem Sonnenlicht entstehenden Luftverwirbelungen, die schon viele an sich gute Bilder unbrauchbar haben werden lassen, nicht ins Gewicht.

Egal ob Ansitz oder Pirsch, es ist absolute Selbstverständlichkeit für mich, Pflanzen und Tiere so wenig wie irgend möglich zu stören (im Zweifel also auf ein Bild zu verzichten) und die location so zu hinterlassen, als wäre ich niemals dort gewesen.

Wenngleich bei der Fokussierung die heutige Technik dankenswerterweise ein beachtliches Niveau erreicht hat und für anspruchsvolle (Action-)Aufnahmen unverzichtbar ist, so verzichte ich heute weit überwiegend auf den Einsatz von Belichtungsautomatiken. Wenn überhaupt kommt ohnehin nur die Zeitautomatik zu Einsatz. Ob die vergleichsweise neue ISO-Automatik moderner Kameras zukünftig die Zeitautomatik ablösen oder stärker unterstützen wird bleibt abzuwarten. Aber bei konstanten Lichtverhältnissen hat sich die gute, alte manuelle Belichtung - insbesondere bei der Vogelfotografie - bei mir durchweg bewährt.
Damit ist das Hauptmotiv in aller Regel optimal belichtet, bzw. kann in der EBV optimal ausbelichtet werden. Änderungen im Bildhintergrund (insbesondere der bei Flugaufnahmen häufige Wechsel von Wasser oder Land zum Himmel), die sonst massiv Einfluss auf das Ergebnis der Belichtungsmessung und -automatik nehmen, bleiben dabei aussen vor und es sind Bildreihen mit absolut identischer Belichtung möglich. Heute muss man mit einer DSLM nicht einmal mehr stets im Hinterkopf haben, ab und an die Belichtung zu prüfen, bzw. bei wechselhaften Lichtverhältnissen (Wechsel aus Wolken und blauem Himmel) anzupassen - man sieht ja permanent im Sucher, ob die Belichtung stimmt. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, den ich nicht mehr missen möchte!

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